Wenn Ingenieure ein Kameraobjektiv auswählen, ist der erste Schritt normalerweise einfach:
Öffnen Sie das Spezifikationsblatt.
Dann kommt der schwierige Teil.
Ein typisches Objektivdatenblatt kann Folgendes enthalten:
Für erfahrene Optikingenieure erzählen diese Zahlen eine Geschichte.
Für Anfänger können sie wie eine Fremdsprache aussehen.
Die Herausforderung besteht nicht darin, ein Objektiv mit den „besten“ Spezifikationen zu finden.
Die Herausforderung besteht darin, Folgendes zu verstehen:
Welche optischen Parameter sind für Ihre Anwendung überhaupt wichtig?
Eine Überwachungskamera, ein autonomer Roboter, eine Drohne, ein medizinisches Gerät und ein industrielles Bildverarbeitungssystem verwenden alle Linsen – sie erfordern jedoch völlig unterschiedliche optische Eigenschaften.
In diesem Leitfaden werden die wesentlichen Kameraobjektivspezifikationen erläutert, die Ingenieure verstehen müssen, bevor sie eine Auswahl treffen.
Die effektive Brennweite (EFL) ist eine der wichtigsten Spezifikationen eines Kameraobjektivs.
Es bestimmt:
Einfach:
Kurze Brennweite = größere Sicht
Lange Brennweite = schmaleres Sichtfeld
Typische Brennweiten:
Anwendungen:
Vorteile:
Einschränkungen:
Typische Brennweiten:
Anwendungen:
Vorteile:
Einschränkungen:
Das Sichtfeld beschreibt den sichtbaren Bereich, der von einem Objektiv erfasst wird.
Es wird normalerweise ausgedrückt als:
Die Wahl des falschen Sichtfelds führt zu teuren Problemen.
Zu eng:
Zu breit:
Ein professioneller Objektivauswahlprozess berücksichtigt immer Folgendes:
Die Blende ist eine der am meisten missverstandenen Spezifikationen.
Die F-Zahl repräsentiert das Verhältnis zwischen:
Je kleiner die Blendenzahl:
→ Je größer die Blende
→ Je mehr Licht in die Linse gelangt
| Öffnung | Typische Anwendung |
|---|---|
| F2.8 | Standard-Tageslichtbildgebung |
| F2.0 | Allgemeine Überwachung |
| F1.6 | Anwendungen bei wenig Licht |
| F1.4 | Hochleistungsbildgebung |
| F1.0 | Extreme Low-Light-Systeme |
Umgebungen mit wenig Licht schaffen Herausforderungen:
Eine größere Blende hilft, indem sie vor der elektronischen Verstärkung mehr optische Informationen liefert.
Aus diesem Grund konzentrieren sich Hochleistungsanwendungen zunehmend auf lichtstarke Objektive.
Ein häufiger Fehler, den Ingenieure machen, besteht darin, ein Objektiv nur anhand der Brennweite auszuwählen.
Auch ein Objektiv muss zum Sensorformat passen.
Zu den gängigen Sensorgrößen gehören:
Ergebnis:
Ergebnis:
Bei der professionellen optischen Abstimmung müssen Folgendes berücksichtigt werden:
Die Verzerrung beschreibt, wie stark gerade Linien in einem Bild gekrümmt werden.
Der häufigste Typ:
Typisch in:

Verzerrungen sind nicht immer schlecht.
Zum Beispiel:
FPV-Drohnenobjektive nutzen oft absichtlich eine starke Weitwinkelverzerrung, um eine immersive Sicht zu erzeugen.
Jedoch:
Anwendungen wie:
erfordern eine bessere Verzerrungskontrolle.
Der Schlüssel liegt nicht darin, Verzerrungen vollständig zu beseitigen.
Der Schlüssel liegt in der Kontrolle der Verzerrung entsprechend den Anwendungsanforderungen.
MTF (Modulation Transfer Function) ist eine der wichtigsten optischen Auswertungsmethoden.
Sie beschreibt, wie gut ein Objektiv den Kontrast von einem Objekt auf ein Bild überträgt.
Einfach:
Höhere MTF = bessere Fähigkeit, Details wiederzugeben.
Zwei Objektive können Folgendes haben:
Aber völlig andere Bildqualität.
Warum?
Denn die optische Leistung hängt ab von:
MTF offenbart die wahre optische Leistungsfähigkeit.
CRA beschreibt den Winkel der einfallenden Lichtstrahlen, die den Sensor erreichen.
Moderne CMOS-Sensoren reagieren sehr empfindlich auf CRA.
Eine falsche CRA-Übereinstimmung kann Folgendes verursachen:
Dieser Parameter ist besonders wichtig für:
Die optische Leistung ist nicht der einzige Gesichtspunkt.
Ingenieure müssen auch die mechanische Kompatibilität berücksichtigen.
Wichtige Parameter sind:
Der optische Abstand von der ersten Linsenoberfläche zur Bildebene.
Wichtig für:
Gemeinsame Schnittstellen:
Die Halterung bestimmt die mechanische Integration.
Die relative Beleuchtung beschreibt die Helligkeitskonsistenz von der Mitte bis zum Rand.
Schlechte relative Beleuchtung verursacht:
Dies ist besonders wichtig für:
Ein gutes Objektiv sollte eine gleichmäßige Ausleuchtung des gesamten Bildes gewährleisten.
Einer der größten Fehler, den Ingenieure machen, besteht darin, Objektive nur anhand der Zahlen zu vergleichen.
Zum Beispiel:
„Objektiv A hat eine höhere Auflösung, also muss es besser sein.“
Nicht unbedingt.
Eine erfolgreiche Objektivauswahl berücksichtigt das Gesamtsystem:
Das beste Objektiv ist nicht das mit der höchsten Spezifikation.
Es ist für die Anwendung optimiert.
Fragen Sie vor der Auswahl eines Objektivs:
Bei den Spezifikationen des Kameraobjektivs handelt es sich nicht nur um technische Zahlen.
Sie stellen optische Entscheidungen dar, die sich direkt auf die Systemleistung auswirken.
Ein gut ausgewähltes Objektiv kann Folgendes verbessern:
Ein schlecht ausgewähltes Objektiv kann selbst die fortschrittlichste Kamera und den fortschrittlichsten Algorithmus einschränken.
Bei modernen Bildgebungssystemen entscheiden sich Ingenieure nicht einfach für ein Stück Glas.
Sie wählen die Grundlage der visuellen Intelligenz.
Ein Sensor erfasst Pixel.
Ein Algorithmus verarbeitet Informationen.
Aber die Linse bestimmt in erster Linie, welche Informationen überhaupt vorhanden sind.
Ein besseres optisches Verständnis führt zu besseren technischen Entscheidungen.